Team Term Sheet - Alan Solansky, Startup-Anwalt

Kostenloser Download zur Gründungsvorbereitung: Das Team Term Sheet von Alan Solansky

Startup-Teams haben am Anfang ihres Unternehmensaufbaus oft anderes im Sinn als die vertraglichen Regelungen zu klären. Alles läuft doch gut – warum sich jetzt schon so bürokratisch Gedanken um die Details machen?

Aber dann passiert doch irgendwie immer irgendetwas … Wie oft habe ich schon Stories wie diese gehört:

  • Das Gründungsteam hat auf einer Veranstaltung überraschend schnell einen Business Angel gefunden (hurra!). Jetzt legt dieser Investor ein Term Sheet vor, das voller unbekannter Klauseln und Formulierungen ist. Das Gründungsteam ist nun unter Zugzwang und diskutiert hektisch anhand dieser Vorlage, was akzeptiert und was diskutiert werden soll.
  • Das Team legt begeistert los und erzielt erste Erfolge. Dann entscheidet sich aber einer der Gründer nach wenigen Monaten, doch einen anderen Job anzunehmen. Er hält jedoch 15% der wertvollen Unternehmensanteile, die fortan für das Unternehmen verloren sind.

Besprich die Optionen für die Gesellschafterverträge rechtzeitig mit deinem Team!

Leider ist die Diskussion der Startup-Gesellschafterverträge noch kein Standard-Bestandteil der Gründungsvorbereitung. Viele Teams gehen sie daher zu spät an. Oft wird die Diskussion um den Gesellschaftervertrag erst dann angestoßen, wenn äußere Umstände das Gründungsteam unter Druck setzen. Dann entsteht in der Eile meist eine suboptimale Ausgangsbasis für weitere Verhandlungen mit Investoren.

Bevor du dich in Investorenverhandlungen stürzt, versuche erst einmal, einen Überblick darüber zu gewinnen, welche Auswahl an Möglichkeiten es für die Ausformulierung der verschiedenen Klauseln überhaupt gibt. Diese solltest du auch im Gründungsteam diskutieren, so dass ihr euch über die besten Alternativen für euer Startup einig seid, bevor du auf Investoren zugehst.

Grundlage für die Ausarbeitung der Gesellschafterverträge: Das Team Term Sheet

Startup-Anwalt Alan Solansky kannte dieses Problem auch aus seiner Arbeit mit Gründungsteams. Er hat eine Lösung dafür erarbeitet: ein Team Term Sheet.

Analog zu einem Term Sheet mit Investoren dient das Team Term Sheet als Checkliste für Gründungsteams. Es gibt Gründerinnen und Gründern einen „roten Faden“ an die Hand, welche Themen bei der Gründung bedacht und geregelt werden sollen. Das Team Term Sheet zeigt auch auf, welche Fachbegriffe hier zum Einsatz kommen und welche Optionen es gibt. Sie zu kennen, ist für die interne Diskussion und insbesondere bei den späteren Gesprächen mit Investorinnen und Investoren hilfreich.

Das Team Term Sheet von Alan Solansky findest du unter www.startupfinanzierung.com/teamtermsheet zum freien Download.

Achtung: Das Team Term Sheet gibt keinen abschließenden Überblick über sämtliche Gestaltungsvarianten und ersetzt nicht eine fundierte Beratung eines erfahrenen Coaches oder Anwalts.

Über den Startup-Anwalt Alan Solansky

Alan Solansky, Startup-Anwalt

Alan Solansky, Startup-Anwalt

Der ursprünglich aus München stammende Wahlschweizer Alan Solansky ist Startup-Anwalt und war einer der Mitgründer des Partyportals Nachtagenten. Als Anwalt gewann er für seine erfolgreiche Beratung von Startups bei Finanzierungsrunden unter anderem 2016 und 2019 den „Deal Maker Of The Year“-Award und 2018 den „Game Changer“-Award von Finance Monthly. Er engagiert sich an der TU München, im XPRENEURS-Incubator und beim START Incubator, einer Initiative der Hochschule St. Gallen (HSG), als Workshop-Leiter, Mentor und Experte für Startups. Als Legal Angel ist er an verschiedenen Startups beteiligt.

Mehr über Verträge und Verhandlungen für Startups

Das Team Term Sheet ist ein Anhang aus meinem Buch „Startup-Finanzierung: Dein Insider-Guide. Praxis-Tipps von Investoren für Gründer“. Mehr kostenlose Downloads findest du im Bereich Ressourcen.

Wenn du mehr über Beteiligungsverträge/Gesellschafterverträge für Startups erfahren möchtest, findest du im Buch ausführliche Infos dazu. Darin geht es unter anderem um folgende Themen:
Startup Finanzierung - Buch-Cover

  • Welche Beteiligungsmodelle gibt es für Startups in Deutschland?
  • Wie finde ich die richtige Anwältin oder den richtigen Anwalt für mein Startup?
  • Welche Vereinbarungen enthalten Beteiligungsverträge oder Wandeldarlehen?
  • Wie verhandeln Gründungsteams mit Investorinnen und Investoren?

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Warum ich den geförderten Kredit nicht angenommen habe (Carolin Kunert)

Warum ich den geförderten Kredit nicht angenommen habe: Eine Gründerin erzählt

Bei „Startup-Finanzierung“ denken die meisten nicht an einen Kredit der Sparkasse oder Volksbank – zu Recht! Denn Banken vergeben wegen des hohen Ausfallrisikos nur extrem selten Kredite an Startups.

Dabei gibt es theoretisch schon eine Möglichkeit, dass die Bank deinem Startup einen Kredit gibt. Nämlich dann, wenn dein Startup die Anforderungen für eine staatliche Kreditförderung erfüllt.

Was ist ein geförderter Kredit für Startups?

Banken vergeben nur extrem selten Kredite an Startups aufgrund des hohen Risikos, das nicht zu ihrem eigenen Geschäftsmodell passt (mehr dazu im Kapitel „Banken“ in meinem Buch). Tun sie es doch, sind die Zinssätze und die verlangten Bürgschaften am Markt aus dem gleichen Grund meist sehr hoch.

Öffentliche Kreditinstitute haben zwei – oft miteinander verbundene – Fördermöglichkeiten geschaffen, um diese Nachteile auszugleichen und es Startups zu ermöglichen, doch einen Kredit aufzunehmen:

  1. Vergünstigte Kreditkonditionen. Für die mit der Gründung deines Unternehmens verbundenen Kosten stellt dir die Bundes- oder Landesförderbank öffentlich geförderte Kredite zur Verfügung. Das bedeutet, dass du Kredite zu deutlich günstigeren Zinssätzen (etwa 2,0 bis 3,0 Prozent) aufnehmen kannst, als es am Markt üblich ist. Außerdem gibt es oft eine tilgungsfreie Zeit von ein bis drei Jahren am Anfang der Laufzeit. In dieser Zeit kannst du dein Unternehmen erst einmal weiter aufbauen und zahlst nur die Zinsen, bis die Tilgung beginnt.
  2. Haftung für einen Teil der Bürgschaft. Auch bei geförderten Krediten muss der Gründer im Normalfall persönlich für einen Teil oder den ganzen Kredit haften, da das Startup nicht über ausreichend Sicherheiten verfügt. Die Förderbanken bieten hier die Möglichkeit, einen großen Teil dieser Bürgschaft (50 bis 80 Prozent) gegen eine Provisionszahlung (etwa ein bis zwei Prozent jährlich) zu übernehmen. Das reduziert dein persönliches Risiko bei der Gründung zumindest teilweise. Es erleichtert es dir zudem, den Kredit überhaupt erst einmal zu bekommen.

Lohnt es sich unter diesen Umständen, einen Kredit anzunehmen?

Das Beispiel von Carolin Kunert von Knister zeigt, dass ein geförderter Kredit trotz dieser Erleichterungen noch lange kein geschenktes Geld ist.

Warum ich den geförderten Kredit nicht angenommen habe: Eine Gründerin erzählt

Carolin Kunert ist Gründerin und Geschäftsführerin von Knister, einer Marke für innovative Lifestyle-Produkte, die die Themen Urbanisierung und Nachhaltigkeit miteinander verbinden. Langlebigkeit, eine kunststofffreie, lokale Lieferkette und Recyclebarkeit sind auch die obersten Prämissen für das erste Produkt des Startups: Der Knister Grill ist ein Holzkohlegrill, der für den Transport mit dem Fahrrad optimiert ist. Die Grillutensilien werden einfach im Grill verstaut, bevor er in Sekundenschnelle an den Fahrradlenker gehangen wird.

Carolin Kunert erläutert:

Carolin Kunert, Gründerin und Geschäftsführerin von Knister

Carolin Kunert, Gründerin und Geschäftsführerin von Knister

„Als wir im Herbst 2018 begannen, nach Kapital in Höhe von etwa 250.000 Euro für unser weiteres Unternehmenswachstum zu suchen, hatte Knister bereits die kritischste Phase überwunden: Mit einer erfolgreichen Kickstarter-Kampagne im Frühjahr 2018 und laufenden Vorbestellungen hatten wir den Marktnachweis erbracht, und unser Produkt war nicht nur fertig entwickelt, sondern bereits an glückliche Kundinnen und Kunden ausgeliefert.

Das Geschäftsmodell war also nachgewiesen und das Risiko nur noch gering.

An diesem Punkt, an dem wir einen konstanten Cashflow hatten und das Kapital für das weitere Wachstum brauchten, ist ein Kredit laut Lehrbuch die richtige Finanzierungsart. Deswegen ging ich zur Kreissparkasse München, um dort den ERP-Gründerkredit der KfW-Bank zu beantragen. 100.000 Euro ohne Eigenkapitalleistung, also ohne selbst noch einmal den gleichen Betrag als Sicherheit vorweisen zu müssen? Das klang erst einmal super. Auch der Kreissparkasse gefiel unser Businessplan, und so bekamen wir schnell ein Angebot.

Ich habe mir dann aber die Details angeschaut und wurde stutzig.

Zwar übernimmt die KfW die Haftung für das Ausfallrisiko gegenüber meiner Bank und ermöglicht so überhaupt erst die Kreditvergabe. Aber wie sähe es mit meiner persönlichen Haftung aus? Nachdem ich dazu lange keine klare Aussage bekam, fragte ich also ein letztes Mal nach: „Wenn mein Unternehmen im schlimmsten Fall in einem Jahr pleite geht und ich den Kredit nicht zurückzahlen kann, bin ich dann privatinsolvent?“

Die Antwort war „Ja“. Damit war das Thema für mich erledigt.

Versteh mich nicht falsch: Ich bin nicht feige.

Das unternehmerische Risiko schreckt mich nicht, ich glaube an unsere Produkte und unser Geschäftsmodell und ich kann mit dem Druck umgehen, das Geld zurückzahlen zu müssen.

In der konkreten Situation war für mich ausschlaggebend, dass ich das Risiko hätte ganz alleine tragen müssen. Als junges Unternehmen waren wir noch nicht so eng zusammengewachsen, dass meine Mitgründer bereit gewesen wären, das Risiko gemeinsam zu tragen. Hätten wir es gemeinsam gemacht, hätte ich auch eine halbe Million aufgenommen! Aber meine Zukunft im Alleingang aufs Spiel zu setzen? Das wäre purer Leichtsinn gewesen.

Inzwischen haben wir das Crowdlending als Alternative ins Auge gefasst.

Hier gehen wir einen anderen Deal ein, denn Crowdloans sind Nachrangdarlehen. Natürlich ist es ein Risikokapital-Investment für die Kreditgeberinnen und Kreditgeber, aber dafür zahlen wir ihnen auch höhere Zinsen. Das ist nur fair – und passt einfach besser zu unserer aktuellen Unternehmenssituation.“

So nutzt du Kredite als Finanzierungsquelle für dein Startup

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie du Kredite von einer Bank für dein Startup gewinnst, findest du in meinem Buch Startup-Finanzierung ausführliche Infos dazu. Darin geht es unter anderem um folgende Themen:
Startup Finanzierung - Buch-Cover

  • Welche Finanzierung stellen Banken deinem Startup zur Verfügung?
  • Unter welchen Umständen geben Banken deinem Startup einen Kredit?
  • Welche Fördermöglichkeiten bietet der Staat für Startups, die Kredite aufnehmen möchten?
  • Macht es Sinn, sich von Freunden oder über Crowdlending einen Kredit geben zu lassen?

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Achtung, betrügerische Finanzierungs-Vermittler (Johannes Sréter)

Achtung, betrügerische Finanzierungs-Vermittler: Ein Gründer erzählt

Auf Startups, die gerade eine Finanzierungsrunde abschließen wollten, lastet aktuell ein hoher Druck. Durch die Corona-Krise sind viele Startups aktuell in eine schwierige finanzielle Lage geraten. Viele Investoren halten ihr Geld zurück, geplante Runden können plötzlich doch nicht stattfinden. Und welche öffentlichen Fördertöpfe in Frage kommen, ist auch noch nicht klar.

Unseriöse Anbieter, die Startups auf der Finanzierungssuche ausnutzen, gibt es aber nicht nur in Krisenzeiten.

Für mein Buch Startup-Finanzierung habe ich einen Gründer befragt, der in der Anfangszeit seines Startups einem solchen Anbieter zum Opfer gefallen ist. Um anderen zu helfen, solche Fehler zu vermeiden, teilt er seine Story über den betrügerischen Finanzierungs-Vermittler.

Startups, haltet euch von betrügerischen Finanzierungs-Vermittlern fern!

Johannes Sréter war Gründer und Managing Director von Shopeur, einem Concierge-Service für chinesische Luxusreisende. In Kooperation mit europäischen Premium-Marken hatte Shopeur Luxusprodukte gekauft, die die chinesischen Reisenden im Voraus auswählen konnten. Außerdem bot Shopeur exklusive Touren prestigereicher Hersteller an. So hatte es Shopeur den chinesischen Reisenden erleichtert, ihrer sozialen Verpflichtung nachzukommen und auf ihrer Europareise Luxusprodukte für Freunde und Verwandte einzukaufen.

Im Rückblick auf seine erste Finanzierungsrunde erzählt Johannes, der nach der Liquidation von Shopeur seit Anfang 2020 neben der Vorbereitung des nächsten Startup-Projekts CLEAND weiterhin als Lecturer für Nachhaltigkeit in der Schweiz tätig ist:

„Unsere Firma war gerade erst gegründet worden und wir waren fleißig auf Startup-Veranstaltungen unterwegs, um Investorenkontakte zu knüpfen und als Neulinge ein Gefühl für die Szene zu bekommen.

Johannes Sréter, Gründer und Geschäftsführer von Shopeur

Johannes Sréter, Gründer und Geschäftsführer von Shopeur

Dabei wurde ziemlich schnell klar, dass wir auf überlaufenen Events wenig Chancen auf einen zielführenden Austausch mit potenziellen Investorinnen und Investoren haben würden. Daher sahen wir uns vermehrt nach Alternativen wie kleineren Business Angel Dinners um.

Wir waren zwar von befreundeten Gründerinnen und Gründern bereits vor fadenscheinigen Investitionsvermittlungen gewarnt worden, mussten aber leider trotzdem unser Lehrgeld bezahlen.

Ein Vermittler kontaktierte uns via Email, lobte unsere Geschäftsidee und stellte uns auch gleich eine mögliche Finanzierung aus seinem privaten „Investment-Netzwerk“ in Aussicht.

Unsere Internetrecherche ergab ein seriöses Bild und so reagierten wir erfreut auf das Angebot. Wir führten zwei einstündige Telefonate, in denen der Vermittler aus unserer Sicht die richtigen Fragen zu unserem Konzept und dem Team stellte. Darauf folgte die Einladung zu einem Pitch-Event in Hamburg, bei dem eine hochkarätige und handverlesene Auswahl an Investoren und Family Offices anwesend sein sollte.

Zudem sollte unser Konzept auf einer Onlineplattform gelistet und so die Investoren-Reichweite nochmals erhöht werden. Hierzu fiel „lediglich“ eine Listing-Fee von 1.000 Euro an. Der Vermittler erläuterte dazu, dass wir diese Gebühr eher als zusätzliche Versicherung unsererseits verstehen sollten, dass wir es mit unserem Startup auch wirklich ernst meinten.

Achtung, betrügerische Finanzierungs-Vermittler (Symbolbild)

Anstelle von Investoren finden Gründerinnen und Gründer auf teuren Networking-Events von betrügerischen Vermittlern nur eine Enttäuschung vor (Symbolbild)

Das Pitch-Event entpuppte sich als eine Abendveranstaltung, auf der neben fünf weiteren Startups gerade einmal zwei „Investoren“ anwesend waren.

Diese hatten keinerlei Interesse an auch nur einem einzigen der teilnehmenden Konzepte. Zusätzlich zur Listing-Fee hatten mein Mitgründer und ich damit die Kosten für die Reise und die Übernachtung sowie unsere wertvolle Zeit in den Wind geschossen.

Auf diese Weise wurden wir mit der Realität konfrontiert, dass es Vermittlungen gibt, die sich die Unwissenheit und Hoffnungen frischgebackener Gründer zu Nutze machen, um diese schamlos auszunehmen. Als wir im Nachgang unsere Enttäuschung gegenüber dem Vermittler zum Ausdruck brachten, änderte sich schlagartig der bis dahin freundliche Umgangston und wir wurden arrogant abgespeist.

Seither haben wir keinerlei Angebote mehr wahrgenommen, bei denen bereits im Vorfeld Gebühren anfallen oder Finder’s Fees über den gängigen Raten von fünf bis sieben Prozent verlangt werden.“

So findest du seriöse Business Angel-Investments für dein Startup

Echte Business Angels findest du beispielsweise auf Events von Business Angel-Netzwerken – oder über eine persönliche Intro eines vertrauenswürdigen Kontakts.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie du Business Angels als Investoren für dein Startup gewinnst, findest du auch in meinem Buch Startup-Finanzierung ein ausführliches Kapitel dazu. Darin geht es unter anderem um folgende Themen:
Startup Finanzierung - Buch-Cover

  • Wann und warum investieren Business Angels?
  • In was investieren Business Angels?
  • Besondere Arten von Business Angels: Neue Angels, Super-Angels und Business Angels-Netzwerke
  • Welche Business Angels du jagen solltest
  • Was Business Angels dir bieten können

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Startup-Lösungen für die Corona-Krise

Startup-Lösungen für die Corona-Krise: 8 Fallbeispiele

Die Corona-Krise betrifft jedes Startup – aber nicht jedes Startup gleich.

Als Leiter eines Startup-Inkubators ist es für mich schwer anzusehen, wie die Pandemie manchen jungen Teams völlig unverschuldet den Boden unter den Füßen wegzieht. Tourismus-, Event- und Reise-Startups trifft die Krise hart, und das in einer Phase, in der das junge Geschäftsmodell ohnehin noch sehr zerbrechlich dasteht.

In meinem persönlichen Umfeld höre und sehe ich in den letzten Wochen auch viele positive Geschichten von Startups.

Diese Startup-Teams haben die Chance ergriffen, die ihnen die Corona-Krise bietet. Diese Geschichten möchte ich hier erzählen, um auch anderen Mut zu machen. Sie zeigen, wie der Startup-Spirit auch in Krisenzeiten helfen kann, aus einer scheinbar überwältigenden Herausforderung etwas Gutes zu machen.

KINEXON: SafeTag – ein Warnsystem für den richtigen Mindestabstand

KINEXON, ein Münchner Unternehmen aus meinem Portfolio, ist spezialisiert auf präzise Echtzeit-Lokalisierung. Seine Technologie bietet KINEXON für den Einsatz in so verschiedenen Bereichen wie der Produktion oder dem Sport an, um Insights zu generieren, die der B2B-Kunde dann zur Optimierung nutzen kann.

Angesichts der Corona-Krise hat KINEXON eine neue Anwendung für die Sensortechnologie entwickelt. Es hat sie in ein kleines Wearable integriert: den SafeTag. Angestellte in der Produktion tragen den SafeTag am Arm oder der Kleidung. Die Sensoren messen permanent den Abstand zu anderen SafeTags und geben ein visuelles oder akustisches Warnsignal ab, wenn der vorgeschriebene Mindestabstand zwischen Personen (1,5 Meter) unterschritten wird. So vermindert der SafeTag das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus in der Produktion.

Startup-Ideen gegen Corona: Kinexon SafeTag

Startup-Ideen gegen Corona: Der Kinexon SafeTag (Klicken zum Öffnen/PDF)

Smart und simpel. So muss meiner Meinung nach eine praktische Lösung aussehen. Und das erregt auch international Aufsehen.

Cliniserve: Cliniserve TEAM – Schichtmanagement für Kliniken im Krisenmodus

Cliniserve ist ebenfalls ein Startup aus meinem Portfolio. Das Unternehmen wurde 2017 gegründet und bietet zwei Software-Lösungen in einer App für die Pflege an: Cliniserve CARE, ein Aufgabenmanagement, was Pflegekräften Zeit einspart. Und Cliniserve TEAM hilft, alle Schichten möglichst einfach zu besetzen.

Weil Pflegekräfte in der Corona-Krise oft unerwartet ausfallen oder neu eingesetzt werden müssen, ist das Schichtmanagement aktuell ein besonders brennendes Thema für die Kliniken. Deshalb hat sich Cliniserve entschlossen, seine Cliniserve TEAM-Lösung während der Corona-Krise kostenfrei zur Verfügung zu stellen. So leistet das Startup seinen Beitrag zur Bewältigung der Krise – und gibt Kliniken und Pflegeeinrichtungen gleichzeitig die Chance, sein Produkt zu testen.

Ein Win-Win-Angebot und, wie ich finde, eine authentische, hilfreiche Unterstützung in der Corona-Krise.

BlinkIn: Visuelle, virtuelle Unterstützung beim Kundendienst vor Ort in Krisenzeiten

BlinkIn ist ein Startup aus dem 6. Batch von XPRENEURS, dem von mir geleiteten Münchner Startup-Inkubator. BlinkIn bietet visuelle Fernunterstützung mit künstlicher Intelligenz und Augmented Reality, also einen intelligenten visuellen Assistenten. BlinkIn wird verwendet, um eine Person durch bestimmte wichtige Aufgaben, z.B. Wartung oder Reparatur, zu führen. Der Service ist in Sekundenschnelle auf jedem Smartphone weltweit verfügbar, ohne dass eine App heruntergeladen werden muss.

In der Corona-Krise können Unternehmen den Service von BlinkIn nutzen, um ihren Kundendienst weiterzuführen, ohne dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder Kundinnen und Kunden durch Kontakte gefährdet werden. Konkret wurde BlinkIn bereits genutzt, um Maschinen in Krankenhäusern zu installieren.

Co-Founder und Geschäftsführer Josef Süß erklärt, wie BlinkIn in der Corona-Krise genutzt werden kann:

Custom Surgical: MedSHIELD-19 – ein 3D-Druckplan, um Schnorchelmasken in Atemschutzmasken umzubauen

Custom Surgical, ein Startup aus dem aktuellen (7.) XPRENEURS-Batch, setzt eigentlich Smartphone-Kameras und KI ein, um in Entwicklungsländern Augenkrankheiten untersuchen zu können.

In der Corona-Krise hat das Startup mit einem sehr erfolgreichen Spinoff-Produkt von sich reden machen: Einem 3D-Druckplan, mit dem Masken zum Tauchen in Atemschutzmasken umgebaut werden können. Decathlon stellte italienischen Krankenhäusern 10.000 Tauchermasken zur Verfügung, die inzwischen umgebaut und im Einsatz sind. Und bis Ende April wurden die Pläne für das “MedSHIELD-19” auf der Website von Custom Surgical mehr als 4000 Mal heruntergeladen.

Eine echt kreative Lösung, an der das ganze Team mit Herzblut gearbeitet hat.

QYOBO: Marktdaten zu möglichen Corona-Medikamenten übersichtlich zusammengestellt

QYOBO aus dem 5. Batch von XPRENEURS ist ein B2B-Marktplatz und eine Analyseplattform, die Erkenntnisse für die chemische und pharmazeutische Industrie liefert.

Diese Kernkompetenz nutzt das Startup in der Corona-Krise, um die Lieferketten zu erweitern und die Versorgung mit den Medikamenten sicherzustellen:

Auch das ist ein toller Showcase des eigenen Produkts, das in der Corona-Krise seinen Mehrwert zeigt.

Climedo Health: Kostenlose Nutzung der Software zur Durchführung von klinischen Studien

Climedo Health, ein 2017 gegründetes Startup aus dem 3. Batch von XPRENEURS, vernetzt alle Beteiligten an klinischen Studien in einem Cloud-basierten System. Dieses ermöglicht papierlos die strukturierte Erfassung und Verwaltung aller studienbezogenen Daten.

Während der Corona-Krise bietet Climedo sein Produkt kostenlos allen Kliniken an, die Studien zur Bekämpfung des Coronavirus durchführen, wie Mitgründerin und COO Veronika Schweighart im Videointerview erklärt:

Ich drücke die Daumen, dass Climedo so nicht nur seinen Use Case demonstrieren kann, sondern auch schneller eine Behandlungsmöglichkeit für uns alle gefunden wird.

HawaDawa: Wissenschaftlichkeit in der Debatte um die weiteren Folgen der Corona-Pandemie

Hawa Dawa, ein XPRENEURS-Alumni aus dem 1. Batch, liefert Realtime-Umweltdaten durch eigene Sensorensysteme.
In der Corona-Krise zeigt sich, dass diese Daten auch in der Pandemie zu einer besseren politischen Entscheidungsfindung führen können. Konkret geht es um die Debatte zu den Folgen der eingeführten Maßnahmen. Hier kursierte zunächst die Fehlinformation, dass der Lockdown keine Wirkung auf Stickoxide habe. Diese Fehlannahme wurde für das Argument herangezogen, dass alle Fahrverbote daher auch nutzlos seien.
Mit seinen besseren und granulareren Daten zeigt HawaDawa sehr deutlich einen Effekt des Lockdowns auf die Schadstoffe in der Umgebung. Dieser Effekt ist sogar erheblich, was die zukünftige Debatte um Fahrverbote und andere Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in eine ganz andere Richtung steuert.

ORDA: Kostenlose App unterstützt lokale Restaurants

ORDA war ebenfalls Teilnehmer im 1. Batch von XPRENEURS.

Schon die Grundidee von ORDA zielt darauf ab, lokale Restaurants zu unterstützen. Und sie passt zur aktuellen Situation, als wäre sie dafür gemacht: Mit der App können sich Nutzerinnen und Nutzer Gerichte bei Restaurants in der Nähe aussuchen, zum Abholen vorbestellen und bezahlen. Das funktioniert ganz ohne zusätzlichen Kontakt zum Menü-Durchblättern oder Bezahlen.

Startup-Ideen für die Corona-Krise: ORDA

Startup-Ideen für die Corona-Krise: ORDA unterstützt lokale Restaurants

In der Corona-Krise gehen die Gründer noch einen Schritt weiter: Aktuell ist die Listung auch für Restaurants kostenlos (für Nutzerinnen und Nutzer sowieso), um die lokalen Restaurants zu unterstützen. Eine klasse Aktion, die hoffentlich auch eine nachhaltige Wirkung für ORDA hat.

Krisenfeste Infos für Startups auf der Suche nach einer Finanzierung

Krise oder nicht: Die Regeln der Startup-Finanzierung bleiben gleich. Und diese findest du in meinem Buch „Startup-Finanzierung“Startup Finanzierung - Buch-Cover

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Startup-Finanzierung in Zeiten von Corona (Kommentar von Martin Giese)

Startup-Finanzierung in Zeiten von Corona

Als Corona von einer weit entfernten Kuriosität plötzlich zu der historischen Krise wurde, die die ganze Welt in Atem hält, hatten wir gerade die ersten zwei Wochen unseres XPRENEURS-Programms mit den Startups des aktuellen Batch hinter uns. Eben noch hatten wir zusammen auf einer Berghütte gesessen, Bier getrunken und uns auf intensive 3 Monate zusammen gefreut – und nun waren wir gezwungen, unser Office am Münchner Ostbahnhof zu schließen und unseren Startup-Accelerator ins Virtuelle zu verlegen.

Auch wenn digitales Arbeiten uns nicht fremd ist, ist 100%-iges Home Office doch eine ganz neue Erfahrung für uns und die Startups. Wir haben versucht, uns so schnell wie möglich anzupassen, und wir bekommen es mittlerweile ganz gut hin. Inzwischen freue ich mich, dass ein persönliches Kennenlernen überhaupt noch möglich war. Denn das ist das, was dem Programm am meisten fehlt: die Möglichkeit, sich unkompliziert auszutauschen. Erfahrungen und Wissen ganz nebenbei in der Kaffeeküche, beim Lunch oder beim Feierabendbier weiterzugeben. Und einfach Spaß mit Gleichgesinnten zu haben.

Jenseits des Accelerators werde ich inzwischen aber oft mit einem besorgten Unterton gefragt: Wie geht es den Startups in der Corona-Krise?

Wie wirkt sich die Corona-Krise auf Startups aus?

Startup-Finanzierung in Zeiten von Corona

Wenn ich nach den Auswirkungen von Corona auf Startups gefragt werde, gebe ich zwei Antworten:

  • Die Corona-Krise betrifft jedes Startup. Ich kenne kein Gründerteam, das derzeit nicht einen signifikanten Anteil seiner Zeit darauf verwendet, mit der Krise und ihren Folgen im Unternehmen und außerhalb des Unternehmens umzugehen.
  • Aber: Die Corona-Krise betrifft nicht jedes Startup gleich.

Faktor 1: Die Branche des Startups

Entscheidend für die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Startup ist in erster Linie die Branche des Startups. Tourismus-, Event- und Reise-Startups haben es nun um ein Vielfaches schwerer als vorher. Andere Startups ergreifen neue Chancen: KINEXON beispielsweise hat eine Anwendung für seine Sensor-Technologie entwickelt, um Social Distancing innerhalb von Unternehmen wirkungsvoll umzusetzen.

Im zweiten Teil dieses Blogs präsentiere ich einige Startups, deren Lösungen mich besonders beeindruckt haben.

Faktor 2: Geschäftsmodelle für die Zeit nach der Krise

Und auch für die Zeit nach der Krise ergeben sich neue Chancen, denn ich bin ziemlich sicher, dass die Welt dann nicht mehr so aussehen wird wie vorher. Beispiel Home Office: Ich bin sicher, dass diese Arbeitsform weit stärker verbreitet bleibt als vorher. Und das hat Auswirkungen auf die Art und das Ausmaß der Mobilität und die Nutzung von Gewerbeimmobilien.

Auch die Digitalisierung von Unternehmensprozessen hat einen Anschub bekommen. Diese Chancen können Startups nutzen.

Faktor 3: Verfügbarkeit von Kunden

Bei XPRENEURS merke ich, dass insbesondere B2B-Startups auf der Suche nach Kunden mit einer weiteren Herausforderung kämpfen: den ohnehin schon schwierig zu überzeugenden Pilotkunden zu finden. Denn derzeit zeigen sich die meisten Unternehmen sehr entscheidungsscheu. Wer weiß schon, wie es in ein paar Wochen oder Monaten aussieht? Im Krisenmodus werden leider eher Rotstifte gezückt als Investitionen in langfristige Innovation getätigt.

Aber auch praktische Probleme bei der Kundenakquise tauchen auf. Ein Startup konnte angefangene Gespräche plötzlich nicht mehr weiterführen: Die Ansprechpartner waren in Kurzarbeit oder im Home Office und die Festnetznummer der Ansprechpartner nicht mehr erreichbar.

Faktor 4: Umsetzung der virtuellen Zusammenarbeit

Bei der virtuellen Zusammenarbeit sind Startups schon vor der Krise ganz vorn dabei gewesen. Dass digitale Tools und Videokonferenzen effizient sein können und (Reise-)Kosten sparen, merken die meisten Unternehmen jetzt erst – uns bei XPRENEURS eingeschlossen.

Klar, wir kennen die Tools von unseren Startups. Erst jetzt aber haben wir wirklich gesehen, was alles möglich ist. Etwa virtuelle gemeinsame Frühstücke und Feierabendrunden. Oder auch Community-Events wie Powerpoint-Karaoke und Montagsmaler-Runden. Nicht ganz das gleiche wie ein Austausch beim Kaffee im Office, aber definitiv kein schlechter Ersatz!

Startup-Finanzierung in der Corona-Krise

Startup-Finanzierung in Zeiten von Corona

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf Startups, die ein Investment suchen oder eine Finanzierung benötigen? Auch das erlebe ich derzeit bei XPRENEURS aus erster Hand bei unseren Startups mit.

Allgemein ist es derzeit aus mehreren Gründen schlagartig schwieriger geworden, an Geld zu kommen:

  • Die meisten VC-Fonds halten in der Krise ihr Geld zusammen. Sie nutzen ihre Mittel lieber, um ihrem bestehenden Startup-Portfolio durch die Krise zu helfen. Zwar verkünden sie es nicht offensiv, aber wer in diesen Tagen bei VC-Fonds nach Geld fragt, hat ziemlich schlechte Karten. Das gilt auch für internationale VC-Fonds.
  • Von den Milliarden Euro angekündigter staatlicher Unterstützung ist bei den Startups bis jetzt noch nichts angekommen. Anders als andere Kleinunternehmen fallen sie aus dem Raster für normale Soforthilfen, weil sie keine positiven Bilanzen der letzten Jahre vorweisen können. Es ist deswegen noch unklar, wie die Hilfen vergeben werden sollen. Konkrete Ideen zur Unterstützung gibt es nur bei Startups, bei denen aktuell eine Investitionsrunde ansteht: Hier füllt der Staat die Lücke mit Co-Investments, was ich persönlich für eine gute Lösung halte.
  • Viele Business Angels sind von der Corona-Krise verunsichert oder haben durch sie sogar Geld verloren. Auch diese Business Angels halten ihr Geld derzeit lieber zusammen.

Es gibt allerdings auch Lichtblicke:

  • Startups mit starken Ideen, Geschäftsmodellen und Teams werden es auch in diesen Zeiten schaffen, Investorinnen und Investoren von sich zu überzeugen. Wer die Corona-Krise sogar nutzt, um neue Ideen zu entwickeln, könnte sogar von der Krise profitieren.
  • Manche Investoren haben gerade jetzt durch Krisenverkäufe Cash zur Verfügung, das sie investieren wollen. Ich kenne einige Business Angels, die ihr Geld am Anfang der Corona-Krise noch schnell aus der Börse gerettet haben. Bevor das nun auf dem Girokonto versauert, suchen sie nach anderen Investments – zum Beispiel Startups.
  • Die ganz großen finanziellen Rahmenbedingungen haben sich durch die Corona-Krise nicht geändert. Noch immer gibt es eine relativ große Zahl von Investorinnen und Investoren, die in einer Nullzinswelt andere Renditequellen suchen und sie in vielversprechenden Startups finden.

Mein Fazit zur Situation von Startups in der Corona-Krise

Meine Prognose für die Situation von Startups in der Corona-Krise und danach ist daher differenziert. Einige Startups, die es ohne Corona geschafft hätten, werden unverdient auf der Strecke bleiben. Vielen Startups wird aber ihre hohe Adaptionsfähigkeit helfen, durch die Krise zu kommen.

Die Corona-Krise ist eine Zeit der radikalen Veränderungen. Und diese bringen immer auch Chancen mit sich – Stichwort „kreative Zerstörung“. Wer ein starkes Projekt hat, wird überleben. Wer weiß – vielleicht sind die DAX-Unternehmen 2030 die Gewinner-Startups der Krise von heute?

Krisenfeste Infos für Startups auf der Suche nach einer Finanzierung

Krise oder nicht: Die Regeln der Startup-Finanzierung bleiben gleich. Und diese findest du in meinem Buch „Startup-Finanzierung“Startup Finanzierung - Buch-Cover

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Erfolgreiche Frauen der Startup-Szene in Startup-Finanzierung

Featuring: Erfolgreiche Frauen der Startup-Szene – Gründerinnen, Investorinnen, Expertinnen

Leider gibt es in Deutschland weniger Gründerinnen als Gründer.

Statistiken und Erfahrungsberichte zeigen, dass diese es aus vielen Gründen auch noch schwerer haben als die Männer. Sachlich gesehen macht das keinen Sinn: immerhin sind gemischte Teams erfolgreicher und frauengeführte Startups erwirtschaften laut einer Studie sogar mehr Umsatz pro Investment-Dollar als die von Männern.

Vor diesem Hintergrund halte ich es für wichtig, dass Gründerinnen auch erfolgreiche Vorbilder erleben: Frauen, die es geschafft haben und in der Gründerszene erfolgreich aktiv sind. Entweder als Startup-Gründerinnen oder als wichtiger Teil des Startup-Ökosystems: als Investorinnen oder Expertinnen für Startup-Themen.

In meinem Buch Startup-Finanzierung kommen viele erfolgreiche Frauen aus der Startup-Szene – Gründerinnen, Investorinnen und Expertinnen – zu Wort. Sie teilen ihre Erfahrungen und Tipps genauso wie Geschichten zu ihrem Scheitern und was sie daraus gelernt haben.

Erfahrungsberichte von Gründerinnen

Carolin Kunert, Gründerin und Geschäftsführerin, Knister: „Warum ich den geförderten Kredit nicht angenommen habe“

Carolin Kunert ist Gründerin und Geschäftsführerin von Knister, einer Marke für innovative Lifestyle-Produkte, die die Themen Urbanisierung und Nachhaltigkeit miteinander verbinden. Langlebigkeit, eine kunststofffreie, lokale Lieferkette und Recyclebarkeit sind auch die obersten Prämissen für das erste Produkt des Startups: Der Knister Grill ist ein Holzkohlegrill, der für den Transport mit dem Fahrrad optimiert ist. Die Grillutensilien werden einfach im Grill verstaut, bevor er in Sekundenschnelle an den Fahrradlenker gehangen wird.

Im Kapitel „Banken“ berichtet Carolin, warum sie sich gegen einen Förderkredit entschieden hat, obwohl sie die Möglichkeit dazu hatte – und welche Finanzierungsalternative sie für Knister stattdessen in Betracht zieht.

Freya Oehle, Gründerin und Geschäftsführerin, 3tausendsassa, Spottster: „Seit wir nur noch unser eigenes Geld ausgeben, merken wir erst, wieviel Druck wir vorher hatten“ und „Unser Produkt hat im Markt nicht funktioniert – also haben wir selbst einen Schlussstrich gezogen“

Freya Oehle ist Mitgründerin von 3tausendsassa, einem Hamburger Startup, das datenbasierte Software für andere Startups entwickelt. Zuvor hatte sie mit ihrem Mitgründer und vier Investoren das Preisportal Spottster gegründet. 2017 entschlossen sich Freya und Tobias freiwillig, Spottster aufzugeben.

Freya erläutert, warum sie die Entscheidungsfreiheit schätzt, ihr Unternehmen aus eigenen Mitteln statt mit Investorengeldern wachsen zu lassen. Als Seriengründerin berichtet Freya außerdem vom Scheitern ihres ersten Startups Spottster, das sie und ihr Mitgründer auf bemerkenswerte Weise entschieden und kommunizierten.

Dr. Friderike Bruchmann, Gründerin und Geschäftsführerin, Medikura: „Wenn das Input-Output-Verhältnis stimmt, kann ein Accelerator deinem Unternehmen einen riesigen Schub geben“

Nachdem sie festgestellt hatten, dass es kein funktionierendes Überwachungs- oder Meldesystem für Nebenwirkungen von Arzneimitteln gibt, gründeten die Betriebswirte Friderike Bruchmann und Philipp Nägelein 2017 ein Startup zur Lösung des Problems: Medikura ermöglicht einen direkten und digitalen Austausch zwischen allen Beteiligten im Gesundheitssystem – Patienten, Ärzten, Apothekern und Pharmaunternehmen – und trägt so dazu bei, Medikamente noch sicherer zu machen.

Im Kapitel „Startup-Acceleratoren“ erzählt Friderike, wie sie gemeinsam mit ihrem Mitgründer Philipp Nägelein ihre ersten Schritte als Unternehmerin in einem Münchner Accelerator gemacht hat.

Katharina Mayer, Gründerin und Geschäftsführerin, Kuchentratsch: „Wenn dein Produkt ins Fernsehen passt, ist die ‚Höhle der Löwen‘ ein echter Boost für dein Unternehmen“

Katharina Mayer ist Gründerin von Kuchentratsch, einem Münchner Startup, in dem echte Omas (und Opas) Kuchen backen und inzwischen deutschlandweit vertreiben. Als Sozialunternehmen arbeitet Kuchentratsch gewinnorientiert, stellt aber den positiven gesellschaftlichen Einfluss in den Vordergrund: Einen Ort zu schaffen, an dem verschiedene Generationen miteinander im Austausch stehen, voneinander lernen und eine gute Zeit zusammen beim Arbeiten haben.

Katharina berichtet im Kapitel „Business Angels“, wie sich ihr erfolgreicher Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ Ende 2018 auf ihr Unternehmen ausgewirkt hat.

Maria Sievert, Gründerin und Geschäftsführerin, Inveox: „Für eine langfristige Zusammenarbeit müssen die Konditionen des Deals stimmen – und zwar für alle Parteien“

Maria Sievert führt gemeinsam mit ihrem Mann, Dominik Sievert, als Gründerin und Geschäftsführerin das Münchner Startup inveox. Das 2017 gegründete Unternehmen digitalisiert und automatisiert das Pathologielabor: Das AI-gestützte Automatisierungssystem besteht aus einem intelligenten Probenbehälter für Biopsien, einem Automaten für den Probeneingang und einer hochsicheren Onlineplattform zur Datenübertragung zwischen Arztpraxis und Pathologielabor. Das Ziel: durch eine digitalisierte, vollautomatisierte und vernetzte Histopathologie schnelle und zuverlässige Krebsdiagnosen zu ermöglichen.

Im Kapitel zu „Verhandlungen“ berichtet Maria, auf welche Stolpersteine sie beim ersten Versuch einer Finanzierungsrunde gestoßen war. Aus dieser Erfahrung lernte das Gründerteam und nahm die Finanzierungssuche proaktiv in die Hand – um 2019 mit einer bewährten Runde aus Investoren ein drittes Investment von 17 Millionen Euro abzuschließen.

Rike Brand, Mitgründerin, Spyra: „Ohne Nebenverdienst hätte ich mir die Gründung nicht leisten können“ und „Bereite deine Community auf den großen Tag vor“

Rike Brand ist seit 2017 Mitgründerin von Spyra, einem Münchner Startup, das die „Wasserpistole für den Papa“ entwickelt – ein Hightech-Outdoorspielzeug für den Sommer, das 2018 knapp eine halbe Million Euro auf Kickstarter einsammelte.

In Startup-Finanzierung berichtet Rike zum einen von ihrer privaten Finanzierungsstrategie, um sich die Anfangszeit der Gründung ohne Rücklagen zu finanzieren. Zum anderen verrät sie im Kapitel „Crowdfunding“, welche Strategie hinter der erfolgreichen Crowd-Finanzierung der Wasserpistole Spyra One steckte.

Veronika Riederle, Gründerin und Geschäftsführerin, Demodesk: „Mit intensiver Vorbereitung und hartnäckigem Üben haben wir es in den Y Combinator geschafft“

2017 gründete Veronika Riederle gemeinsam mit Alex Popp Demodesk, die erste cloud-basierte Screen-Sharing-Plattform, die in jedem Webbrowser funktioniert und Unternehmenskunden beim digitalen Vertrieb und Kundensupport über das Internet unterstützt. Im Winter 2019 wurde Demodesk in den Startup-Accelerator Y Combinator im Silicon Valley aufgenommen und sammelte beim abschließenden Demo Day seine erste Finanzierung ein.

Im Kapitel „Startup-Acceleratoren“ verrät Veronika, dass es nicht gleich beim ersten Mal mit der Bewerbung klappte. Dennoch hat sie es in den renommierten Accelerator geschafft und berichtet im Buch detailliert, welche Vorbereitungen dafür nötig waren.

Hintergrundstories von Investorinnen und Geldgeberinnen

Dr. Andrea Kranzer, BAND Business Angel des Jahres 2019: „Netzwerke unterstützen uns Business Angels wesentlich bei unserem Job“

Die Mannheimerin Andrea Kranzer setzt seit 2014 ihr Knowhow, ihr Kapital und ihre Kontakte als Frühphasen-Investorin in den Bereichen Tech, IT und Healthcare ein. Inzwischen ist sie in mehreren Angel-Netzwerken aktiv und hat selbst die Angels4Health gegründet, Deutschlands einziges auf Life Science spezialisiertes Business Angel-Netzwerk. 2019 wurde sie vom Business Angel Netzwerk Deutschland (BAND e.V.) zum Business Angel des Jahres gewählt.

Andrea verrät im Kapitel „Business Angels“ ihre Motivation, über Business Angel-Netzwerke zu investieren. Dabei spricht sie auch an, wie Gründerinnen und Gründer davon profitieren, wenn nicht ein einzelner, sondern ein Syndikat von erfahrenen Angels in ihr Startup investiert.

Ariane Hartmann, Group Coach Munich, GoBeyond: „In unserem Angel-Netzwerk bündeln wir Schwarmintelligenz und streuen unser Risiko über ein größeres Portfolio“

Ariane Hartmann und Stefan Schwarz leiten seit 2016 die Münchner Gruppe des internationalen Angel-Netzwerkes GoBeyond. GoBeyond wurde 2008 gegründet und umfasst inzwischen 884 Investorinnen und Investoren aus 45 Ländern. Bis zum Frühjahr 2019 hat das Netzwerk 250 Investment-Runden in 100 Firmen mit einem Gesamtvolumen von etwa 25 Millionen Euro koordiniert.

In ihrem Beitrag im Kapitel „Business Angels“ lässt Ariane Gründerinnen und Gründer beispielhaft hinter die Kulissen des Business Angel-Netzwerks schauen und beschreibt die Stationen, die Startups auf dem Weg zu einem Investment über das Netzwerk durchlaufen.

Liesa Siedentopp, Projektmanagerin und Business Developer, EU Executive Agency for SMEs, EASME: „Nutze die Möglichkeiten, die dir die EU als Sprungbrett bietet!“

Liesa Siedentopp ist seit 2015 in der EU-Agentur EASME, wo sie als Projektmanagerin und Business Developer mit dem „SME Instrument“ eines der größten und finanzstärksten Förderprogramme der EU für Startups und kleine, mittelständische Unternehmen (Small & Medium-sized Enterprises: SMEs) mit aufgebaut hat. Seit über zwei Jahren ist sie mit ihrem Team für die Business Acceleration Services zuständig und ermöglicht den Startups mit gezielten Servicedienstleistungen und Netzwerkveranstaltungen – etwa mit europäischen Investoren- und Unternehmenskontakten, Trainings und Workshops – neue potentielle Kunden, Partner und Finanzmittel zu erschließen.

In ihrem Beitrag im Kapitel „Öffentliche Förderungen“ wirbt Liesa bei Gründerinnen und Gründern dafür, sich nicht von vermeintlichen bürokratischen Hürden abschrecken zu lassen und sich auf eine EU-Förderung zu bewerben. Sie räumt außerdem mit manchen Mythen und Vorurteilen zur EU-Förderung auf: Etwa, dass eine Förderung zwingend einen professionellen Antragschreiber erfordert.

Dr. Iris Bleck, Director Credit, Risk and Compliance, Silicon Valley Bank: „Nur wenige Startups sind für Venture Debt qualifiziert“

Die ehemalige Anwältin und Unternehmensberaterin Iris Bleck ist unter anderem verantwortlich für die Venture Debt-Kreditprozesse der deutschen Niederlassung der Silicon Valley Bank (SVB).

Iris erläutert im Kapitel „Banken“, wie die seit 2018 in Deutschland aktive SVB das noch wenig bekannte Thema Venture Debt behandelt.

Tipps von Startup-Expertinnen

Prof. Dr. Carolin Häussler, Professorin für Organisation, Technologiemanagement und Entrepreneurship, Universität Passau: „Die Anteile unter den Mitgliedern des Gründungsteams nicht gleich aufzuteilen, führt zu mehr Innovation“

Carolin Häussler forscht seit 2011 als Professorin für Organisation, Technologiemanagement und Entrepreneurship an der Universität Passau zum Technologie- und Innovationsmanagement in Startups. Sie ist außerdem Mitglied der Expertenkommission Forschung und Innovation der Bundesregierung.

Im Kapitel zu „Mitgründerinnen und Mitgründer“ berichtet Carolin von ihren Forschungsergebnissen. Diese zeigen, dass die in Deutschland übliche Praxis, die Unternehmensanteile ‚fair‘ unter den Mitgliedern des Gründungsteams aufzuteilen, nicht die optimale Lösung im Hinblick auf Innovation zu sein scheint.

Magdalena Reith, Speaker, Startup-Coach und ehemalige Leiterin Startup Consulting, UnicornPitch: „Die beste Idee ist nichts wert, wenn du sie nicht richtig verkaufen kannst!“, „Dein Pitch-Termin ist deine eine Chance – bereite dich gut darauf vor!“ und „So überzeugst du in einer persönlichen Präsentation“

Magdalena Reith ist seit 2017 leidenschaftliche Speakerin und Startup-Coach. Aufbauend auf eigenen Erfahrungen in der Startup-Szene im Silicon Valley und den vielen Startups, die sie als Leiterin Startup Consulting bei UnicornPitch betreut hat, unterstützt sie Gründerinnen und Gründer dabei, erfolgreich neue Ideen zu pitchen.

Im Buch gibt Magdalena im Kapitel zu „Materialien für Investorinnen und Investoren“ wichtige Tipps für das Erstellen eines Pitchdecks und fürs Präsentieren des Pitchs vor Investorinnen und Investoren.

Mehr Insider-Stories aus der Startup-Szene

Im Blog findest du noch viel mehr Insider-Stories aus der Startup-Szene. Viele davon finden sich auch in meinem Buch „Startup-Finanzierung“Startup Finanzierung - Buch-Cover

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Fotocredits: Rike Brand: Sabine Jakobs; Katharina Mayer: Lara Freiburger; Maria Sievert: Nathalie Zimmermann

Bootstrapping - Eigenes Geld ausgeben statt rechtfertigen (Freya Oehle)

Warum Bootstrapping? (#2) – Eigenes Geld ausgeben statt rechtfertigen

Bootstrapping als Alternative zu Investoren oder anderen Kapitalgebern hat mehrere Vorteile für Startups.

In meinem letzten Post hat Lin Kayser von Hyperganic berichtet, wie sein Startup Hyperganic von der dafür erforderlichen Marktnähe profitiert.

Bootstrapping hat aber auch noch einen zweiten Vorteil für Gründerinnen und Gründer, der nicht zu unterschätzen ist. Das ist die Entscheidungsfreiheit.

Investoren sitzen bei Entscheidungen immer mit am Tisch

Es kommt selten vor, dass Investoren dir Geld geben und dir sagen: „Viel Erfolg! Melde dich einfach beim Exit!“. Weil es ihr Geld ist, lassen Investorinnen und Investoren sich im Normalfall zumindest ein gewisses Mitspracherecht an deinem Unternehmen zusichern. Das kann in den Anteilen verankert sein (weil sie eine Sperrminorität an deinem Unternehmen haben) oder auch in den Beteiligungsverträgen.

Idealerweise suchst du dir natürlich Investorinnen und Investoren aus, deren Meinung und Input du schätzt und die du gerne zu deinen Gesellschafterversammlungen einlädst.

Du kannst jedoch immer in Situationen gelangen, in denen du lieber alleine entscheiden würdest – sei es nur, weil schnell eine wichtige Entscheidung her muss, du aber nicht so kurzfristig alle Investoren versammeln kannst. Und mit mehr Leuten am Tisch tendiert jede noch so produktive Diskussion dazu, langwieriger zu werden.

Worst Case: Du gibst deine unternehmerische Entscheidungsfreiheit an Investoren ab

Schlimmer noch ist es, wenn deine unternehmerischen Ansichten und die deiner Investorinnen und Investoren darüber auseinandergehen, welche Strategie dein Startup zukünftig verfolgen soll.

Für mein Buch habe ich mehrere Startups interviewt, bei denen die Zusammenarbeit mit Investoren aus verschiedenen Gründen nicht gut funktioniert hat:

  • Diese Gründe können in der Person der Investorin oder des Investors liegen – wenn du etwa einen Business Angel erwischt hast, der nicht hilfreich ist und dich nur Zeit und Nerven kostet.
  • Oder die Probleme entstehen aus der Natur des Investors – wenn du einen VC-Fonds an Bord hast, der dein Unternehmen mit aller Kraft in Richtung Exit schiebt.
  • Oder wenn dein Startup durch eine Crowd finanziert wird – die Unterstützer würden bei einer grundlegenden Änderung der Produktausrichtung (im Startup-Jargon „Pivot“) auf die Barrikaden gehen.

Der Seriengründer Lin Kayser sagt dazu aus eigener Erfahrung:

Lin Kayer, Seriengründer und Geschäftsführer von Hyperganic

Lin Kayer, Seriengründer und Geschäftsführer von Hyperganic

„Mit einem VC-Fonds an Bord entsteht immer auch ein Kontrollverhältnis. Bei manchen VCs hatte ich das Gefühl, sie wären eigentlich am liebsten selber CEO gewesen. Mit einem VC-Investment kann es sein, dass du das Schlimmste aus dem Angestelltendasein und dem Unternehmertum kombinierst: Du gibst deine Entscheidungsfreiheit ab und hast trotzdem den Stress als Unternehmer!

Maximale Entscheidungsfreiheit behalten oder den Wachstums-Turbo einlegen?

Vielleicht ist aber auch alles gut mit deinen Geldgebern – und dir gefällt es trotzdem nicht, dir in deine Entscheidungen hineinreden zu lassen! Entscheidest du lieber selbst (zusammen mit deinem Kernteam)? Oder hilft es dir, bei wichtigen Entscheidungen andere mitsprechen zu lassen? Das ist zu einem großen Teil auch eine Frage deiner persönlichen Vorlieben und Einstellungen.

Manche Gründerinnen und Gründer fühlen sich allein durch den Gedanken, dass jemand ihnen sein Geld in der Erwartung gegeben hat, dass sie es vervielfachen werden, psychologisch unter Druck gesetzt. Sie denken, sie müssen jede Entscheidung rechtfertigen. Insbesondere, wenn zum Investor ein persönliches Verhältnis besteht oder durch die Zusammenarbeit entstanden ist, möchten sie diese Person oder Institution nicht enttäuschen.

Anderen Gründerinnen und Gründern geht es umgekehrt: Ihnen gibt das externe Kapital erst die Freiheit, wirtschaftlich und gewinnbringend mit Geld umzugehen – anders als mit dem eigenen Geld, das sie möglicherweise äußerst risikoavers und sparsam ausgeben.

Wir merken erst jetzt, wie viel Druck wir hatten: Eine Gründerin erzählt

Freya Oehle ist Mitgründerin von Dreitausendsassa, einem Hamburger Startup, das datenbasierte Software für andere Startups entwickelt. Zuvor hatte sie mit ihrem Mitgründer und vier Investoren das Preisportal Spottster gegründet.

In meinem Buch Startup-Finanzierung erläutert Freya:

Freya Oehle, Gründerin und Geschäftsführerin von Dreitausendsassa

Freya Oehle, Gründerin und Geschäftsführerin von Dreitausendsassa

„Nachdem wir unser erstes Startup Spottster freiwillig aufgegeben hatten, bekamen mein Mitgründer und ich direkt das Angebot zweier unserer alten Investoren, wieder in unser Team zu investieren, sollten wir ein neues Unternehmen gründen.

Wir hätten also kein Problem gehabt, eine Finanzierung für ein neues Vorhaben zu finden.

Als wir mit 3tausendsassa einige Zeit später das zweite Mal gründeten, haben wir uns dennoch entschieden, den Aufbau unseres Unternehmens diesmal selbst zu finanzieren.

Wir sind wirklich nicht Investoren-avers – insgesamt haben wir sehr gute Erfahrungen mit unseren bisherigen Investoren gemacht. Dennoch merken wir den Unterschied deutlich.

Heute ist alles Geld, was wir ausgeben, unser eigenes Geld.

Erst dadurch ist uns bewusst geworden, was das für ein ständiger unterbewusster Druck war, jede Entscheidung und jedes Ergebnis genau darlegen und erklären zu müssen.“

Mehr zu Bootstrapping für Startups

Auf meiner Ressourcen-Seite habe ich einen Vortrag zum Thema Bootstrapping veröffentlicht, in dem weitere Gründerinnen und Gründer zu Vor- und Nachteilen dieser Finanzierungsform zu Wort kommen.

Noch mehr Insider-Tipps zum Bootstrapping findest du in meinem Buch „Startup-Finanzierung“. Darin habe ich ein vollständiges Kapitel zum Thema geschrieben, unter anderem mit folgenden Aspekten:

  • Willst du das Geld wirklich? Jetzt?
    Startup Finanzierung - Buch-Cover
  • Wann der richtige Zeitpunkt für ein Investment ist
  • Wie dein Startup ohne externes Kapital startet und wächst
  • Vorteile und Fallstricke der Innenfinanzierung

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Bootstrapping - Organisch wachsen statt Luftschlösser bauen (Lin Kayser)

Warum Bootstrapping? (#1) – Organisch wachsen statt Luftschlösser bauen

Bootstrapping – der Aufbau eines Unternehmens ohne Geld von Investoren oder anderen Kapitalgebern – ist wahrscheinlich die unterschätzteste Finanzierungsform für junge Startups.

Natürlich investieren viele Gründerinnen und Gründer ihr eigenes Geld in ihr Startup. Mit Bootstrapping meine ich aber in diesem Fall noch etwas anderes: Bootstrapping als Innenfinanzierung.

Bei dieser Art von Bootstrapping geht es darum, echte Umsätze aus ersten Aufträgen für den Aufbau seines Startups zu verwenden. Das ist eine sehr interessante Alternative zu Investoren.

Mit Bootstrapping wächst dein Startup nah am Markt

Wenn du darauf angewiesen bist, dass deine Kundinnen und Kunden für dein Produkt zahlen, damit dein Unternehmen überlebt, hast du ein wichtiges Interesse: Dein Produkt muss so nützlich sein, dass sie dafür zahlen wollen!

Dieser Kundenfokus, den die Finanzierung aus dem operativen Geschäft zwangsweise mit sich bringt, verringert eine Gefahr deutlich: Du arbeitest jahrelang an einem Produkt, das vielleicht sogar ein paar Startup- und Innovationspreise gewinnt, das am Ende aber niemand wirklich haben will.

Bootstrapping verbessert dein Produkt

Auch dein Produkt selbst wird durch die Zusammenarbeit mit Kunden besser. Wenn du bereits früh mit Kundinnen und Kunden zusammenarbeitest, lernst du viel mehr über ihre tatsächlichen Probleme. Du kannst dann aktiv daran arbeiten, ein Produkt zu entwickeln, das diese drängenden Probleme wirklich löst. Und du sparst dir Zeit und Geld für die Entwicklung von Features, die dir zwar cool erscheinen, deine Kunden aber möglicherweise gar nicht interessieren.

Natürlich ist es auch mit einer externen Finanzierung möglich, nah am Kunden zu arbeiten. Wenn du erst einmal einen Haufen Geld auf dem Konto hast, ist die Versuchung allerdings erfahrungsgemäß größer, mit dem Investorengeld doch noch ein paar Monate im Labor zu arbeiten. Denn du möchtest dein Produkt noch „perfekter“ machen, bevor du es dem ersten Kunden präsentierst.

Organisch wachsen statt Luftschlösser bauen: Ein Seriengründer erzählt

Lin Kayser macht seit 25 Jahren als Unternehmer das technisch Unmögliche möglich: angefangen mit der Einführung von PCs in die industrielle Steuerungstechnik der 1990er Jahre über die Digitalisierung von Hollywood bis hin zu seinem aktuellen Startup Hyperganic, das er 2017 mitgründete. Hier entwickelt er ein Software-Ökosystem, das mittels intelligenter Algorithmen die Zukunft der Produktion verändern soll.

Für mein Buch Startup-Finanzierung habe ich Lin gefragt, was er von Bootstrapping hält und was für ihn der größte Vorteil daran ist, sein Unternehmen ohne Investoren aufzubauen. Er erläutert:

Lin Kayser, Seriengründer und Geschäftsführer von Hyperganic

Lin Kayser, Seriengründer und Geschäftsführer von Hyperganic

„Auch wenn nicht jeder einen Haufen Geld auf der hohen Kante hat oder sein Produkt im Wohnzimmer entwickeln kann:

Bei den meisten Geschäftsmodellen ist Bootstrapping relativ einfach.

Du bekommst 20 bis 30 Prozent Vorschuss vom Kunden oder arbeitest mit mehreren kleinen Kunden zusammen. Man muss allerdings immer vorsichtig sein, dass man vor lauter „Organisch wachsen“ nicht zurück fällt. Manche Dinge brauchen Kapital, und das muss dann eben von außen kommen.

Es hat natürlich Nachteile, sich durch laufende Aufträge organisch zu finanzieren. In gewisser Weise musst du dann kurzfristig agieren, statt dich auf die strategische Entwicklung zu konzentrieren. Aber die Kundenorientierung zeigt dir auch, ob dein Geschäftsmodell sinnvoll oder eine Lüge ist!

Während wir mit Hyperganic noch nach VC-Geld suchten, entfernten wir uns immer weiter von dem Markt und der Realität.

Stattdessen verbrachten wir ein Jahr damit, die Braut hübsch zu machen, indem wir Preise einsammelten und große Unternehmen als „Pilotpartner“ akquirierten, nur um ihre Logos auf unser Pitchdeck zu stellen.

Das sehe ich inzwischen sehr oft: Dass Startups mit großen Finanzierungsrunden und einer aufgeblähten Unternehmensbewertung prahlen, aber sehr spät mit dem eigentlichen Geldverdienen anfangen.“

Mehr zu Bootstrapping für Startups

Auf meiner Ressourcen-Seite habe ich einen Vortrag zum Thema Bootstrapping veröffentlicht, in dem weitere Gründerinnen und Gründer zu Vor- und Nachteilen dieser Finanzierungsform zu Wort kommen.

Noch mehr Insider-Tipps zum Bootstrapping findest du in meinem Buch „Startup-Finanzierung“. Darin habe ich ein vollständiges Kapitel zu Thema geschrieben, unter anderem mit folgenden Aspekten:

  • Willst du das Geld wirklich? Jetzt?
    Startup Finanzierung - Buch-Cover
  • Wann der richtige Zeitpunkt für ein Investment ist
  • Wie dein Startup ohne externes Kapital startet und wächst
  • Vorteile und Fallstricke der Innenfinanzierung

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Wann ist der richtige Zeitpunkt für externes Kapital (Hanno Renner)

Wann der richtige Zeitpunkt ist, Kapital aufzunehmen: Ein Gründer erzählt

In meinem letzten Blogpost habe ich die Frage gestellt: Willst du das Investment wirklich? Denn jedes Investment kommt mit dem Preis der Verwässerung.

Wenn du dich entschieden hast, dass ein Investment dein Startup weiterbringen wird, bleibt aber noch eine zweite Frage: Wann willst du das Investment? Wann ist der richtige Zeitpunkt, um Geld von Investoren aufzunehmen?

Wenn du dir nicht genau überlegst, wie viel Geld dein Startup wirklich benötigt, passiert es dir mit hoher Wahrscheinlichkeit bei deiner nächsten Finanzierungsrunde, dass du entweder zu viel oder zu wenig Geld aufnimmst. Und das bringt Probleme mit sich.

Zu frühes Investment: Risiko einer zu hohen Verwässerung

Wir kennen einige Gründerinnen und Gründer, die es bereut haben, früh Investoren aufzunehmen. Denn im Rückblick hätten sie es länger aus eigener Kraft geschafft. Sie wissen inzwischen, welche riesigen Sprünge der Wert ihres Startups macht, wenn sie neue Meilensteine erreichen.

Während der Wert einer Idee praktisch Null ist, schießt er wie eine Rakete nach oben, wenn das Startup ein Team rekrutiert hat, einen Prototypen gebaut hat, ein Produkt herausbringt, Umsätze macht und beginnt, schnell zu wachsen.

Ein Beispiel hierfür ist die unten dargestellte Entwicklung der Unternehmensbewertung von Recon Instruments. Recon Instruments war ein 2007 gegründetes Startup aus Vancouver, das 2015 an Intel verkauft wurde. Die Idee war es, Elektronik mit Sportausrüstung zu kombinieren, etwa in Schwimmbrillen, Skibrillen und Sonnenbrillen mit eingebautem Head-up-Display (HUD). Die Bewertung in den verschiedenen Unternehmensphasen stieg stetig an, nachdem das Startup jeweils neue Meilensteine erreicht hatte.

Bewertung von Recon Instruments über die Zeit

Bewertung von Recon Instruments über die Zeit

Die ersten Investments, die du aufnimmst, sind sehr teuer, da der Wert deines Unternehmens niedrig ist. Du wirst also einen großen Teil deines Unternehmens für relativ wenig Geld abgeben müssen, wenn du früh Investoren aufnimmst. Und wenn du zu früh zu viel Geld aufnimmst, hältst du am Ende vielleicht nur noch einen kleinen Bruchteil deines Unternehmens, wenn es zum Unternehmensverkauf (Exit) kommt. Diese Verwässerung beeinflusst nicht nur deinen finanziellen Ertrag, sondern auch deine Möglichkeiten, das Unternehmen zu steuern.

Zu spätes Investment: Risiko für dein Unternehmen

Die Medaille hat aber auch eine andere Seite. Es ist mindestens genauso gefährlich für dein Unternehmen, wenn du zu wenig Kapital aufnimmst. Denn eine Finanzierungsrunde beansprucht einen beachtlichen Anteil deiner Management-Kapazität.

Gründerinnen und Gründer unterschätzen immer wieder, dass es in der Regel mindestens sechs Monate dauert, eine Finanzierungsrunde vorzubereiten und abzuschließen. Die Zeit, die du für die Suche nach Investoren, deren Ansprache und die Verhandlungen aufwendest, fehlt dir für die Weiterentwicklung deines Produkts, den Aufbau deines Teams oder die Akquise deiner Kunden.

Nimmst du zu wenig Geld auf, musst du gleich nach der Kapitalaufnahme schon wieder mit der Investorensuche für die nächste Runde beginnen – ohne dass du Zeit hast, in der Zwischenzeit an deinem Kerngeschäft zu arbeiten.

Das gefährdet nicht nur dein Unternehmen insgesamt, sondern verhindert auch, dass du in der Zwischenzeit Meilensteine erreichst, die den Wert des Unternehmens steigern und dir bessere Konditionen für die nächste Runde ermöglichen.

Ein Gründer rät: Sammle Kapital erst dann ein, wenn es für dein Unternehmen einen Unterschied macht

Der richtige Zeitpunkt, um Kapital aufzunehmen, ist also keine festgelegte Zahl – etwa: nach einem Jahr – sondern eine strategische Überlegung.

Für mein Buch Startup-Finanzierung habe ich Hanno Renner, Gründer und Geschäftsführer des erfolgreichen HR-Software-Startups Personio, zu seiner Finanzierungsstrategie gefragt. Das 2015 gegründete Startup bietet eine Software für Personalmanagement und Recruiting für kleine und mittelständische Unternehmen. In seiner C-Finanzierungsrunde hat Personio Anfang des Jahres 75 Millionen US-Dollar aufgenommen, unter anderem von dem internationalen VC-Fonds Accel.

Hanno Renner rät Gründerinnen und Gründern:

Hanno Renner, Gründer und Geschäftsführer von Personio

Hanno Renner, Gründer und Geschäftsführer von Personio

„Natürlich haben wir bei unserer Finanzierungssuche davon profitiert, dass unser SaaS-Unternehmen für VC-Fonds gerade sehr attraktiv war. Die Börsengänge von Slack und Zoom zeigen, wie viel Wert in dem Bereich generiert werden kann, und das Geschäftsmodell mit seinen wiederkehrenden, stabilen Umsätzen ist gut planbar. Außerdem sind wir schnell gewachsen: Unsere Umsätze hatten sich jedes Jahr bereits verdrei- oder vierfacht.

Mein Rat an Gründerinnen und Gründer ist dennoch: Sammle Kapital nicht dann ein, wenn du kannst, sondern dann, wenn du damit etwas anders machen kannst.

Zum Beispiel, wenn du dein Wachstum damit noch mehr beschleunigen kannst. Ein halbes Jahr vor unserer Seed-Runde hätte uns mehr Geld gar nichts gebracht: Wir mussten erst einmal unseren eigenen Business Case entwickeln und uns mit dem eigenen Geschäft vertraut machen. Da wollten wir niemanden, der uns reinquatscht.“

Mehr zur Finanzierungsstrategie für Startups

Wenn du noch mehr Insider-Tipps zur Finanzierungsstrategie für dein Startup suchst, findest du in meinem Buch „Startup-Finanzierung“ mehrere ausführliche Kapitel dazu. Unter anderem zu folgenden Themen:

  • Braucht dein Startup wirklich externes Kapital?
    Startup Finanzierung - Buch-Cover
  • Wann der richtige Zeitpunkt für ein Investment ist
  • Wie dein Startup ohne externes Kapital startet und wächst
  • Wie viel dein Startup wert ist

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Verwässerung - Willst du das Investment wirklich?

Über große und kleine Kuchen (oder: Willst du das Investment wirklich?)

Bei der Startup-Finanzierung dreht sich oft alles um die Frage „Wie komme ich an ein Investment für mein Startup?“. Auch in meinem Buch geht es in der Mehrzahl der Kapitel darum, wie Gründerinnen und Gründer es schaffen, Geldgeber von ihrem Startup zu überzeugen.

Ganz zu Anfang meines Buches stelle ich jedoch eine andere Frage: Willst du das Investment wirklich?

Warum ist es so wichtig, diese Frage zu stellen?

Jedes Investment hat seinen Preis

Auch wenn Investoren dein Startup schon früh als das nächste große Ding feiern und du die Chance hast, viel Geld einzuwerben: Externes Kapital wird dir nie geschenkt, sondern hat seinen Preis.

In jedem Fall wird es dich Zeit und Mühe kosten, ein Investment einzuwerben, eine Förderung zu beantragen oder eine Crowdfunding-Kampagne zu organisieren. Langfristig am entscheidendsten ist jedoch: Bei den meisten Finanzierungsformen wirst du Anteile an deinem Unternehmen für das Investment abgeben müssen.

Je mehr Geld du aufnehmen willst und je früher du Geld aufnimmst, desto mehr Unternehmensanteile musst du verkaufen.

Verwässerung – der Preis von Investments in verschiedenen Phasen

Das Beispiel unten verdeutlicht eine typische Verwässerung der Anteile in einem Unternehmen, das von den üblichen Verdächtigen in verschiedenen Phasen Kapital bekommt.

Es beginnt damit, dass du Anteile an eine Mitgründerin oder einen Mitgründer abgibst und Freunde, Business Angels und Acceleratoren in dein Unternehmen investieren. Als nächstes vergibst du Anteile an deinen ersten Angestellten und weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (über einen Anteilspool). Schließlich bekommst du ein riesiges Investment von einem lokalen Venture Capital-Fonds (VC-Fonds), und später noch ein weiteres von einem internationalen VC-Fonds. Am Ende hältst du nur noch 17 deiner ursprünglichen 100 Prozent Anteile an deinem Unternehmen.

Verwässerung eines Startups durch Investments

Verwässerung eines Startups

Lohnt es sich, mit Investments deinen Startup-Kuchen zu vergrößern?

Lohnt es sich, statt 100 Prozent eines sehr kleinen Kuchens nur noch 17 Prozent eines (hoffentlich) großen Kuchens zu behalten?

Das hängt von deiner spezifischen Situation ab und davon, was du wirklich mit deinem Startup erreichen willst. Ist es dir wichtiger, dein Unternehmen selbst steuern zu können, selbst wenn es nur ein kleines ist, als es zu einem weltweiten Marktführer zu machen? Dann solltest du diesen Weg sicher nicht gehen!

Aber wenn du ein Startup hast, das Kapital braucht, um zu wachsen oder schnell genug zu wachsen, sind VC-Fonds und andere Arten von Investoren möglicherweise genau das, was du brauchst!

Du solltest dich fragen:

  • Brauchen wir das Geld wirklich?
  • Wird das Geld wirklich einen riesigen Unterschied für unser Unternehmen machen – oder könnten wir unsere Ziele auch ohne erreichen?
  • Und wenn wir Geld brauchen, brauchen wir es jetzt oder kann das auch bis später warten?

Ein gut gehütetes Geheimnis: Nicht immer ist der größere Kuchen der bessere

Eine in der Startup-Welt oft ignorierte Tatsache ist: Oft ist das innovative Dienstleistungsunternehmen, über das Gründerszene oder TechCrunch niemals berichten werden, für dich als Gründerin oder Gründer deutlich lukrativer als das riesige, weltweit gehypte Produkt-Startup. Denn das kann nicht ohne externes Kapital abheben. So bist du gezwungen, einen Großteil deines Unternehmens an Investoren zu verkaufen, um überhaupt zum Ziel zu kommen. Den Gewinn beim Verkauf dieses nach außen hin riesigen Kuchens streichen dann größtenteils andere ein.

Dein Kuchen mag zwar kleiner sein, aber gehört er dir zu 100 Prozent, stehst du beim Verkauf möglicherweise sogar besser da.

Wie Rand Fishkin, Gründer des erfolgreichen SEO-Software-Unternehmens Moz und Autor des Buches Lost and Founder sagt:

„Wenn alles glatt geht, könntest du dir am Ende ein zusätzliches Batmobil oder zwei leisten!“

Mehr zur Finanzierungsstrategie für Startups

Wenn du noch mehr Insider-Tipps zur Finanzierungsstrategie für dein Startup suchst, findest du in meinem Buch „Startup-Finanzierung“ mehrere ausführliche Kapitel dazu. Unter anderem zu folgenden Themen:

  • Braucht dein Startup wirklich externes Kapital?
    Startup Finanzierung - Buch-Cover
  • Wann der richtige Zeitpunkt für ein Investment ist
  • Wie dein Startup ohne externes Kapital startet und wächst
  • Wie viel dein Startup wert ist

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